Brand im Bettenhaus des ehem. Hotel Geiger

Kurz nach dem Eintreffen der Feuerwehr an der Hochkalterstraße kam von der Integrierten Leitstelle Traunstein die Mitteilung, dass am ehem. Hotel Geiger eine Rauchentwicklung entdeckt worden ist. Aufgrund des Meldebildes alarmierte die Integrierten Leitstelle Traunstein die Feuerwehren aus Bischofswiesen und Berchtesgaden mit dem Alarmstichwort „B 3 – Brand Dachstuhl, Rauch dringt aus dem Gebäude“. Die Feuerwehr Bischofswiesen beließ 3 Mann bei der Wohnungsöffnung in der Hochkalterstraße und fuhr mit den anderen Einsatzkräften zum Hotel Geiger.

Beim Eintreffen der Einsatzkräfte war bereits das I. OG des Bettenhauses des ehem. Hotels Geiger in Vollbrand. Innerhalb kürzester Zeit breitete sich das Feuer über das 2. OG bis in das Dachgeschoß aus, worauf hin auch der Dachstuhl Feuer fing. Aufgrund der Brandintensität war ein Innenangriff in der Anfangsphase nicht mehr möglich. Die Feuerwehr beschränkte sich daher zu Beginn darauf, den Brand von außen zu bekämpfen.
Um die Löscharbeiten effektiv gestalten zu können, bildeten die Feuerwehren Bischofswiesen und Berchtesgaden eine gemeinsame Einsatzleitung.
Einsatzleiter Georg Graßl teilte die Einsatzstelle anfangs in 3 Abschnitte ein. Der Brand auf der Vorderseite wurde von der Feuerwehr Bischofswiesen unter Abschnittsleiter Richard Fendt bekämpft. Auf der Gebäude-Rückseite kam die Feuerwehr Berchtesgaden mit dem Abschnittsleiter Georg Kastner zum Einsatz. Die Wasserversorgung wurde Abschnittsleiter Christian Stanggassinger unterstellt. Hierbei kam der neue Schlauchwagen der Feuerwehr Bischofswiesen erstmals bei einem Brand zum Einsatz und bewährte sich hierbei vollauf. Weil sich die Löschwasserversorgung über das Hydrantennetz als unzureichend herausgestellt hatte, wurde eine Löschwasserversorgung zunächst von einer Zisterne vom Haus der Berge und später auch von der Ache aufgebaut. Hierbei wurden rund 3 km B-Schläuche verlegt.
Nach ca. 1 Stunde war der Brand durch die Löschmaßnahmen so weit unter Kontrolle, dass mit dem Innenangriff begonnen werden konnte. Im Bereich des Dachgeschosses konnten die Löschmaßnahmen durch Atemschutzgeräteträger jedoch nicht die gewünschte Wirkung entfalteten. Deshalb war es erforderlich, dass die Dachhaut des Gebäudes geöffnet werden musste. Daraufhin wurde die brennende Isolierung des Dachs abgelöscht. Hierzu war neben der Drehleiter der Feuerwehr BGD auch ein Kran einer ortsansässigen Firma im Einsatz. Mit diesen Gerätschaften konnten Einsatzkräfte auf dem Dach gesichert und bei der Brandbekämpfung unterstützt werden. Für eine bessere Löschwirkung des Löschwassers wurden, im Laufe des Einsatzes, dem Löschwassers Netzmittel beigemischt. Dadurch konnte das Wasser besser in das Brandgut eindringen.
Der Umfang der Löscharbeiten erforderte die Nachalarmierung von weiteren Einsatzkräften. Hierzu wurden von den Feuerwehren Bad Reichenhall, Bayerisch Gmain, Marktschellenberg, Schönau und Königssee, sowie dem Löschzug Maria Gern (FFW BGD) jeweils eine Löschgruppe nach Bischofswiesen entsandt.
Gegen 23:30 Uhr war der Brand soweit erfolgreich unter Kontrolle, dass erste Einheiten der Nachbar-Feuerwehren aus dem Einsatz entlassen werden konnten. Nach und nach konnten nunmehr weitere Einheiten aus dem Einsatz herausgelöste werden. Um 2:30 Uhr wurde dann „Feuer aus“ gemeldet. Bis auf eine Löschgruppe der Feuerwehr Bischofswiesen, die als Brandwache vor Ort blieb, konnten nun alle Fahrzeuge die Einsatzstelle verlassen. Gegen 6 Uhr konnte auch die Brandwache mit dem LF 8/6 die Einsatzstelle verlassen und den Einsatz beenden.
Das Rote Kreuz sichert den Feuerwehr-Einsatz sanitätsdienstlich ab, wobei die ehrenamtlichen Schnell-Einsatz-Gruppen (SEG´n) Transport aus Bad Reichenhall und Berchtesgaden, die SEG Information und Kommunikation (IuK) mit ihrem Einsatzleitfahrzeug und der Einsatzleiter Rettungsdienst vor Ort waren. Der Betreuungsdienst des Roten Kreuzes und des Malteser Hilfsdienstes (MHD) kümmert sich um die Verpflegung der vielen Feuerwehrleute. Beamte der Berchtesgadener Polizei waren zu Beginn vor Ort; die weiteren Ermittlungen übernahm dann die Kripo Traunstein, da vorsätzliche Brandstiftung nicht ausgeschlossen werden kann. Die Höhe des Sachschadens ist derzeit noch unklar.


Einsatzart Brand
Alarmierung B 3
Einsatzstart 20. Oktober 2016 17:57
Mannschaftstärke 57
Einsatzdauer 12:20
Fahrzeuge Einsatzleitwagen
HLF 20
LF 16/12
LF 8/6
SW-KatS
MZF
Alarmierte Einheiten Feuerwehr Berchtesgaden mit ELW, HLF 20 und DLK 23/12
Nachalarmierte Einheiten:
HLF 20 Feuerwehr Reichenhall
HLF 20 Feuerwehr Bayerisch Gmain
HLF 20 Feuerwehr Marktschellenberg
LF 8/6 Feuerwehr Berchtesgaden, LZ Maria Gern
LF 8 Feuerwehr Königssee
LF 16 Feuerwehr Schönau am Königssee