Waldbrand am Gemeinen Feuerbichl (Untersberg)

Zeugen hatten offenes Feuer und starke Rauchentwicklung gesichtet und einen Notruf abgesetzt, woraufhin die Leitstelle Traunstein ein Großaufgebot von rund 120 Einsatzkräften alarmierte, darunter die Freiwilligen Feuerwehren Bischofswiesen, Berchtesgaden, Bayerisch Gmain, Bad Reichenhall (Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung und Flughelfer) und Großgmain, das Technische Hilfswerk (THW), einen österreichischen und einen bayerischen Polizeihubschrauber, einen privaten Löschhubschrauber sowie das Rote Kreuz mit den Bergwachten Bad Reichenhall, Berchtesgaden, Freilassing, Teisendorf-Anger, der Schnell-Einsatz-Gruppe Berchtesgaden, dem Betreuungsdienst und dem regulären Rettungsdienst mit Einsatzleiter.

Der Brand wurde am Sonntag-Nachmittag durch einen Angehörigen der Feuerwehr Ainring entdeckt und per Notruf der Leitstelle Traunstein gemeldet. Die schwer erreichbare Lage der Brandstelle auf ca. 1.200 m Höhe machte den Einsatz von Hubschraubern erforderlich. Durch die Leitstelle konnte frühzeitig ein österreichischer Polizeihubschrauber (Libelle) angefordert werden. Deutsche Polizeihubschrauber waren wegen eines gleichzeitigen Waldbrands bei Königsdorf für die Einsatzleitung nicht erreichbar. Deshalb musste frühzeitig auf einen privaten Hubschrauber zurückgegriffen werden.
Erste Erkundungen durch die Feuerwehr ergaben, dass eine Anfahrt in den Wald aufgrund einer abgegangenen Mure nicht möglich war. Deshalb stiegen die meisten Einsatzkräfte der Feuerwehr Bischofswiesen zu Fuß zur Brandstelle auf, einige wenige konnten geflogen werden. Nach einem Erkundungsflug des Einsatzleiters Martin Irlinger (2. Kommandant FFW Bischofswiesen) wurde mit der Brandbekämpfung aus der Luft begonnen. Hierzu wurde im Tal (in Winkl Land) ein Faltbehälter aufgebaut. Aus diesem Faltbehälter wurde der Löschwasserbehälter des Hubschraubers mit Löschwasser gefüllt. Der Hubschrauber flog mit dem Löschwasser zur Brandstelle im Wald und warf dort das Löschwasser ab. Nach dem Eintreffen der Feuerwehrkräfte an der Brandstelle wurde auch am Boden mit der Brandbekämpfung am Boden begonnen. Gegen 19:00 Uhr wurde die Brandbekämpfung am Sonntag beendet.

Am Montag um 7:00 Uhr wurde die Brandbekämpfung wieder aufgenommen. Hierzu wurden 27 Feuerwehr-Angehörige, 3 Mitarbeiter der Bayerischen Staatsforste und 2 Bergwachtmänner auf den Berg geflogen. Vor Ort konnte festgestellt werden, dass die massive Brandbekämpfung vom Vortag gewirkt hatte. Es waren allerdings noch Nachlöscharbeiten erforderlich. Hierzu waren am Montagvormittag noch 2 private Hubschrauber im Einsatz, die das Personal und auch Wasser zur Brandstelle flogen. Gegen Mittag konnte von Einsatzleiter Martin Irlinger „Feuer aus“ gemeldet werden. Daraufhin wurden die Einsatzkräfte wieder ins Tal geflogen und der Einsatz beendet.
Zur Absicherung der Einsatzkräfte war das BRK mit einem Rettungswagen vor Ort. Am Sonntagabend wurden die Einsatzkräfte auch noch von der SEG Betreuung des BRK BGL mit Verpflegung versorgt. 1. Bürgermeister Weber war am Sonntag und Montag mehrmals vor Ort um sich über den Fortgang der Löscharbeiten zu informieren.
Wie die Polizei am Montag um 15 Uhr mitteilte, wurde der Brand durch Fahrlässigkeit verursacht. Im Bereich der Brandstelle wurde am Wandfuß eine Lagerstelle aufgefunden. An dem Lager war eine frische Feuerstelle eingerichtet und mehrere Grablichter aufgestellt. Der Brand wurde mit großer Wahrscheinlichkeit durch die Betreiber der Feuerstelle verursacht, da eine Selbstentzündung bei der Witterungslage nicht anzunehmen ist. Die Polizei hat deshalb Ermittlungen wegen Verdachts der fahrlässigen Brandstiftung aufgenommen und bittet die Bevölkerung um Mithilfe. Wer kann Hinweise auf die Betreiber dieser Lagerstelle geben? Hinweise erbittet die Berchtesgadener Polizei unter der Telefonnummer 08652/94670.


Einsatzart Brand
Alarmierung B WALD
Einsatzstart 3. April 2016 14:45
Mannschaftstärke 66
Einsatzdauer 22 Stunden, 45 Minuten
Fahrzeuge Einsatzleitwagen
HLF 20
LF 16/12
LF 8/6
MZF
Alarmierte Einheiten Feuerwehr Berchtesgaden mit ELW, HLF 20 und TLF 16/25
Feuerwehr Bayerisch Gmain mit MZF, HLF 20 und LF 10
Feuerwehr Großgmain mit KLF-A
Nachalarmierte Einheiten:
Berchtesgaden mit MZF, GW Logistik und TLF 8/18
Feuerwehr Bad Reichenhall mit MZF, TLF 24/50, Dekon-P-LKW mit Waldbrandsatz und WLF mit Abrollbehälter Örtliche Einsatzleitung (UG-ÖEL)