Hochwasser in Bischofswiesen: Leichtsinniger Raft-Guide kentert mit Boot – Großeinsatz für Feuerwehr, Bergwacht und Wasserwacht

20. Mai 2017
Ausbildung
Schwierige Struktur-Übung an und in der Ache – Organisationen bauen gute Zusammenarbeit mit gemeinsamer Einsatzleitung weiter aus

BISCHOFSWIESEN (mp/ml) – Heftige und lang anhaltende Regenfälle mit extremen Niederschlagsmengen gehen auf Bischofswiesen nieder, und durch das Hochwasser entwickelt sich die sonst friedlich dahinfließende Ache zu einem reißenden Strom. Ein leichtsinniger Raft-Führer nimmt keine Rücksicht auf die extremen Umstände und kentert in den Fluten mit seinem voll besetzen Boot. Was sehr dramatisch klingt, war zum Glück nur Annahme einer komplexen gemeinsamen Struktur-Übung von Freiwilliger Feuerwehr, Bergwacht im BRK und BRK-Wasserwacht.

Uli Hölzl von der Feuerwehr und Martin Planegger von der BRK-Wasserwacht hatten sich das anspruchsvolle Szenario im Vorfeld ausgedacht und realistisch für ihre übenden Kameraden in Szene gesetzt. Mit dabei waren die Feuerwehren Bischofswiesen und Schönau, die Wasserwachten Bad Reichenhall und Berchtesgaden, die Bergwacht Berchtesgaden und die Schnell-Einsatz-Gruppe (SEG) „Information und Kommunikation“ (IuK) der BRK-Bereitschaften mit ihrem Einsatzleitfahrzeug. Gegen 9.30 Uhr wurden die Einsatzkräfte alarmiert: „Gekentertes Raft-Boot Höhe Panorama Park in Winkl – mehrere Personen vermisst!“ Sofort machten sich die Feuerwehren auf, um die Brücken zwischen Winkl und Berchtesgaden zu besetzen, Fußwege abzugehen und nach treibenden Personen Ausschau zu halten. Die Wasserwachten setzten Fußtrupps ein, um die Ache komplett abzusuchen. In der Tristramschlucht warteten zwei Statisten auf die Rettung durch die Bergwacht.

„Unser Hauptziel war es, die gute Zusammenarbeit der Organisationen weiter zu fördern“, erklärte Hölzl in der Nachbesprechung. „Die gemeinsame Einsatzleitung im neuen Bischofswiesener Feuerwehrhaus hat bestens funktioniert“, lobte Planegger. Ein Schwerpunkt war die effektive Nutzung des neuen Digitalfunks, der seit knapp einem Jahr im Einsatz ist, damit mehrere Organisationen zu koordinieren und ohne größere Störungen einen Funkbetrieb aufrecht zu erhalten. Insgesamt waren fünf Puppen, drei Statisten und sieben Markierungs-Fähnchen als Opfer auf der langen Strecke zwischen Bischofswiesen-Winkl und Berchtesgadener Kreisverkehr verteilt. Knapp über eine Stunde später waren alle gefunden und gerettet.

Feuerwehrkommandant Georg Graßl bedankte sich bei allen beteiligten Organisationen: „Es ist überhaupt nicht selbstverständlich, dass Ihr ehrenamtlich Euren Samstagvormittag opfert!“ Begeistert von der Übung und der effektiven Zusammenarbeit waren auch Vertreter der Landes- und Bundespolizei, die die Arbeit der Einsatzleitung in der Funkzentrale verfolgten. „Auch wenn die Übungsannahme fiktiv war; die Abläufe erfolgen immer nach den selben Mustern und sind bei fast allen Einsätzen sehr ähnlich und vergleichbar und damit auch auf  andere Szenarien übertragbar“, erklärte Planegger.  Insgesamt waren 45 Feuerwehrler aus Bischofswiesen und Schönau sowie der Kreisbrandinspektion, 15 Wasserwachtler aus Berchtesgaden und Bad Reichenhall, fünf Mann der SEG IuK, neun Mann der Bergwacht Berchtesgaden und drei Statisten dabei – alle ehrenamtlich.